Jerusalemkirche

Die Jerusalemkirche ist als älteste Kirche der Friedrichstadt bereits 1484 am späteren Schnittpunkt von Jerusalemer- (heute Rudi-Dutschke-Straße) und Lindenstraße errichtet worden. Ob zu dieser Zeit als Kapelle oder schon als Kirche ist nicht überliefert.

 

Zwischen 1689 und 1693 erfolgten Umbau und Erweiterung durch Giovanni Simonetti (1652 – 1716).

 

Bereits 1728 - 1731 erbaute Philipp Gerlach unter Verwendung vorhandener Bausubstanz die Kirche neu, ihr Turm wurde jedoch 1747 wegen Baufälligkeit abgetragen.

 

Ein erneuter Umbau erfolgte 1838 durch Karl Friedrich Schinkel.

 

Als 1878/79 Edmund Knobloch dem evangelischen Gotteshaus die letzte Gestalt verlieh, erhielten die alten Umfassungsmauern eine Verkleidung aus Backstein und Terrakotta.

 

Im zweiten Weltkrieg wurde die Jerusalemkirche zerstört, ihre Ruine 1961 gesprengt. Heute erhebt sich am ehemaligen Standort der Kirche ein Teil des Axel-Springer-Verlagshauses.

 

1968 entstand im spitzen Winkel von Linden- und Markgrafenstraße der heutige Bau der Jerusalemkirche von Siegried Kressmann-Zschach (1929 - 1990), ein Ensemble aus zwei-, drei- bzw. viergeschossigen abgestuften Baukörpern mit Kirchenraum, Verwaltungs- und Wohnbereich und einem von Axel Cäsar Springer gestifteten Glockenturm.

 

Auf der Außenverblendung des Gottesdienstgebäudes wurden 1970 zwei aus den Trümmern der alten Kirche gerettete beschriftete Steinplatten vom Bau 1728 - 1731 eingelassen.

 

Im März 2001 schlossen sich die evangelischen Gemeinden Dreifaltigkeit, St. Lukas, Jerusalem und Neue Gemeinde mit der Friedrichswerderschen Gemeinde (Französische Friedrichstadtkirche) zusammen.

 

Seit 2003 werden Teile der Jerusalemkirche vom Forum für interreligiöse Bildung als Büro- und Seminarräume genutzt. In der Kirche ebenfalls angesiedelt sind die Geschäftsstelle der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Asyl in der Kirche und das Hendrik-Kraemer-Haus der Niederländischen Ökumenischen Gemeinde.

 

Nach einem großen Umbau wird der größte Teil der Jerusalemkirche seit Mai 2007 für Tagungen und Veranstaltungen vom Umweltforum Berlin vermietet.

 

 
 
Die Wille Evangelischer Kirchenkreis